Das Neue Ensemble


Das Neue Ensemble, ein Zusammenschluss von professionellen Theaterschaffenden aus der Region hat sich zusammengetan, um außergewöhnliche Projekte abseits des Mainstreams auf die Bühne zu bringen.

Das Theater Felina Areal in Mannheim ist dafür der zentrale Aufführungsort. Das Ensemble strebt aber auch Aufführungsorte an, die jenseits des Guckkastens verortet sind. Mit der Straßenbahn zum Ersten Weltkrieg, mit Frau Frankes Lesesalon im Friseurladen und unter der Mannheimer Neckarbrücke, oder der Garderobe des Foyers im Ludwigshafener Pfalzbau –  das Ensemble geht oft bewusst an Orte, die ungewöhnlich für Theateraufführungen sind.

Das Neue Ensemble bringt auch Themen auf die Bühne, die nicht immer angenehm sind: Milo Raus „Mitleid oder die Geschichte des Maschinengewehr“, Karl Kraus „Die letzten Tage der Menschheit“ oder Fausto Paravidinos „Stilleben in einem Graben„. Gesellschaft und Geschichte werden thematisiert und kritisch hinterfragt.

Theater findet hier im intimen Raum statt – Zuschauer/innen sind mit dem Geschehen unmittelbar konfrontiert, nicht nur und vor allem wegen der geringen Distanzen, die sich durch relativ „kleine“ Theaterräume ergeben.

Neben „konventionellen“ Stücken werden auch philosophische Textvorlagen wie das „Projekt Glühwürmchen“ und lyrische Texte wie die „Arabische Apokalypse“ oder Peter Handkes „Ein Jahr aus der Nacht gesprochen“  bearbeitet und in spielerischer Form aufbereitet dargeboten.

Selten geht es um Unterhaltung um der Unterhaltung willen, gelacht und geträumt werden darf aber dennoch, so im „Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza, in der Kult-Lesung „Abgang„, die schon fünfzig mal über die Bühne ging oder bei den „22 Liedern etwa„, einem von mehreren Ensembleprojekten ohne Regie.

Ästhetisch fühlt sich das Neue Ensemble dem Text, der Sprache als Motor der Inszenierung, sowie eher einfachen als  aufwändigen Theatermitteln verpflichtet. Multimedia und Crossover mit Tanz und Musik sind dennoch ebenso geläufig wie klare Bühnen- und Lichtinstallationen und performative Räume. Dabei steht der Schauspieler grundsätzlich im Mittelpunkt der Inszenierungen, da es immer die Situation des Menschen an sich ist, deren Spiegelung für das Ensemble von Interesse ist.

Alle Mitglieder des Ensembles, das sich ständig erneuert, verändert und auch mit Gästen aus allen Sparten zusammenarbeitet sind dem Publikum seit Jahren vertraut, zum Teil aus dem Nationaltheater Mannheim, zum anderen aus der Freien Szene.