Das Neue Ensemble


Das Neue Ensemble ist ein Zusammenschluss von professionellen Theaterschaffenden aus der Region Mannheim. Seit einigen Jahren bespielen diese mehrere Bühnen der Region in ähnlichen Besetzungen und firmieren dabei unter verschiedenen Bezeichnungen, die sich teils aus der Örtlichkeit, teils aus Vereinsnamen ergeben. Die neue studiobühne Ludwigshafen, das Trafohaus in Mannheim seien als Beispiele genannt. Dabei wurde zur leidvollen Erfahrung, nicht über die Kontinuität der Arbeit, sondern lediglich über die Namen der Spielstätten wahrgenommen zu werden, was zur Folge hat, dass die beteiligten Personen jeweils nur laufenden Produktionen zugeordnet wurden, nicht aber den vorangegangenen und den folgenden, so wie es an einem Theater mit festem Ensemble natürlich ist. Daher entschlossen sich die Akteure ein Ensemble zu gründen, um sich von nun an weniger über die jeweilige Spielstätte, sondern mehr über das Personal zu definieren.

Das Neue Ensemble besteht aus Elisabeth Auer, Rainer Escher, Hedwig Franke, Peter Haberer, Sascha Koal, Dirk Mühlbach, Gerhard Piske, Monika-Margret Steeger und Mathias Wendel. Alle Mitglieder sind dem Publikum seit Jahren vertraut, zum Teil aus dem Nationaltheater Mannheim, zum anderen aus der freien Szene. Produktionen wie Die Ausgeschlossenen oder das Elend der Welt, welche für den Stuttgarter Theaterpreis 2009 nominiert war, Die Grönholm-Methode oder Tiergartenstraße zeugen von hohem künstlerischen wie sozialkritischen Anspruch. Neben dem selbstverständlichen Willen zu unterhalten, wie zum Beispiel mit der erfolgreichen Komödie Der Gott des Gemetzels von Yasmina Reza, steht die Auseinandersetzung mit schwierigen Themen – auch wenn diese manchmal unzeitgemäß und unbequem erscheinen. Die sich rasant verschiebenden Arbeitswelten, die immer noch nötige Aufarbeitung des Faschismus und seiner Folgen, die Kolonisierung des Menschen durch Fremdbestimmung, Ausbeutung und Ausgrenzung sind nur einige dieser Themen.

Das Ensemble versteht Theater im klassischen Sinne als Spiegel der Gesellschaft. Ästhetisch fühlen sich die Ensemblemitglieder einer genauen Beobachtung sowie einer möglichst punktgenauen und schlüssigen Umsetzung verpflichtet, die oftmals eher mit einfachen als mit aufwändigen Mitteln arbeitet. Multimedia und Crossover mit Tanz und Musik sind ebenso geläufig wie klare Bühnen- und Lichtinstallationen. Dabei steht der Schauspieler grundsätzlich im Mittelpunkt der Inszenierungen, da es immer die Situation des Menschen an sich ist, die für das Ensemble von Interesse ist.