LESUNGEN


„Die Welt beginnt und endet unaufhörlich; sie ist in jedem Zeitpunkt an ihrem Anfang und an ihrem Ende“

Diderot, D’Alembertrs Traum

 

Unter dem Titel „IDEEN reloaded“ beschäftigt sich das NEUE ENSEMBLE ab Februar 2015 in loser Reihenfolge lesend mit philosphischen Ansätzen. Menschenrechte, Tierrechte, Liebe und Sexualität, politische Korrektheit, Theater und Zuschauer sind einige der Themen. Um einen oder zwei zentrale Texte gruppieren sich komische oder konterkarierende Apercus, Tiefes kreuzt sich mit Seichtem, alles zum Zwecke der Erinnerung an Ideen, die alle schon mal da waren – welche Bedeutung haben sie noch?

 

FRAU FRANKES WUNDERBARER LESESALON  ab Juni 2017

„Hello freund, Viele menschen suche beziehungen im netzwerkkommunikation. Ich gleichfalls mochte probieren. BeschloB dir zu schreiben:) Ich aufrichtig, aber ledig madchen. Wollte finden meine kumpel und glucklich sein. Suche nach einem erwachsenen Mann, der weiB, was er will! Eine Familie zu grunden, vielleicht mit Kindern. Nur ehrliche beziehung. Ich gegen witze. Wenn dir intereBante, antwort meine email. Ich senden zusatzliche fotografien, Ich werde dir uber mein Leben zu erzahlen. Einen schonen Tag noch!“

Mit: Hedwig Franke, Michael Barrett

Idee, Einrichtung: Hedwig Franke, Mathias Wendel

Premiere am 18. Juni 2017 bei Heiko Rudt Friseur

Die besten Satiren schreibt das Leben. Frau Franke widmet sich in ihrem ersten verdammt wunderbaren LeseSalon der Literatur, die nicht aufs erste Hören als solche zu erkennen ist:
Sperrigen Spammails (s.o.), verschwurbelten Vermieterbriefen und schmierigen Schundromanen. Zwischendurch bricht sie unvermittelt in Lieder aus, schließlich hat sie ihren goldigen Gitarristen dabei.

SONNTAG
18/06/17
20:00
FRAU FRANKES VERDAMMT WUNDERBARER LESESALON

PREMIERE

HEIKO RUDT
SONNTAG
25/06/17
20:00
FRAU FRANKES VERDAMMT WUNDERBARER LESESALON HEIKO RUDT

 

_2 TIERRECHTE  Oktober 2015

Nach den Menschen kommen die Tiere. -?

Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland heißt es in Artikel 20a:
„Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Ist das gewährleistet? Und selbst wenn, ist das Verständnis vom Tier als ein dem Menschen untergebenen Wesen nicht längst überholt? Selber Tiere, herrschen wir ebenso ausnahms- wie anstandslos über die anderen Tiere. Geschichten und Ansichten zum Thema in unserer Oktoberlesung.

 

_1 MENSCHENRECHTE  März 2015

Das  Ensemble zeichnet mit Texten verschiedenster Autoren den Weg der Menschenrechtsidee von der Antike bis zur UN-Konvention nach.

Zu Wort kommen wird auch Malala Yousafzai, die Friedensnobelpreisträgerin von 2014.

Ergänzt werden diese philosophischen Texte unter anderem mit Ernst Jandls „Die  Humanisten“, in dem es um Elitebewusstsein, Nationalismus und Chauvinismus geht.

Es lesen Elisabeth Auer, Monika-Margret Steger, Dirk Mühlbach, Reda Regragui und Mathias Wendel

 

 

_0 DIE ERMITTLUNG Februar 2015

Oratorium in elf Gesängen von Peter Weiss

Lesung anlässlich 50 Jahre Frankfurter Auschwitz-Prozesse

Texteinrichtung & Regie: Rainer Escher

18 Jahre dauerte es bis sich SS-Aufseher, Ärzte und anderes Lagerpersonal für ihre Verbrechen vor einem deutschen Gericht verantworten mussten. Vergessen und Verdrängen, Schweigen über die eigene Schuld – nach diesem Prozess war das nicht mehr möglich. In Frankfurt schilderten zum ersten Mal hunderte von überlebenden Zeugen die Gräuel des Lagers, so dass am Ende des Prozesses niemand mehr deren Existenz bezweifeln konnte.

Die Topographie des Schreckens: Von der Rampe zu den Feueröfen
Peter Weiss hat in seinem dokumentarischen Theater-Stück die Prozess-Protokolle ausgewertet und zu einem Text montiert. In ihm treten eine Unzahl von namenlosen Zeugen auf, die den 18 Angeklagten, die namentlich kenntlich gemacht sind, gegenüber treten. Diese 18 Täter, die in der Zwischenzeit im bundesdeutschen Alltag wieder Karriere gemacht haben, versuchen ihre Taten hinter Sachzwängen, Befehlsnotständen und Wissenslücken zu verstecken, und sie versuchen ihre Opfer, indem sie sie lächerlich machen, ein weiteres Mal zu Erniedrigen. Aber das gelingt nicht mehr.
Peter Weiss‘ karge Sprache versucht nicht, bei den Zuschauer und Zuhörer Mitleid mit den Einzelschicksalen der Häftlingen zu erwecken. Ihm geht es um mehr, ihm geht es darum die die Logik und Struktur der Konzentrationslager, des SS-Staates aufzudecken.

 

 

Mit DIE ERMITTLUNG wurde Weiss zu einem intellektuellen Wegbereiter der 68er Bewegung. Die von dem Stück ausgelöste öffentliche Debatte war längst überfällig und verlief höchst kontrovers. Doch das war Ziel des Autors gewesen: Das Schweigen zu beenden und die Verankerung des industriellen Massenmords in der deutschen Gesellschaft zu thematisieren.
»Das Wort muss so stark wirken, dass im Zusammenprall von Worten, von Frage und Antwort, die ganze Dramatik liegen muss. Das Lager Auschwitz auf der Bühne darzustellen, ist eine Unmöglichkeit. Ja, eine Vermessenheit, es überhaupt nur zu versuchen, man kann diesen Gedankenkomplex überhaupt nur von heute aus dem Rückblick beobachten und versuchen zu analysieren, was da vorgegangen ist.«

Peter Weiss

 

Im März folgt das Thema MENSCHENRECHTE, vorraussichtlich mit Ausschnitten aus eben jenen, Reden zum Thema und einer Kurzfassung von Ernst Jandls „Die Humanisten“ .