STILLLEBEN IN EINEM GRABEN

Gepostet am Okt 29, 2014 | Keine Kommentare


STILLLEBEN IN EINEM GRABEN

Von Fausto Paravidino Mit Elisabeth Auer, Hedwig Franke, Salma Regragui, Dirk Mühlbach, Gerhard Piske, Reda Regragui, Ingo Wackenhut und Benjamin Wendel Raum: Holger Endres, Lichtkonzept: Raimund Becker Kostüme: Eva Roos Regie: Mathias Wendel

Fotos: Christian Kleiner   Fausto Paravidino, dieser Sezierer der italienischen Gesellschaft, hat mit „Stillleben in einem Graben“, einer Abfolge von Monologen ein Tableau einer typischen Kleinstadt, wie sie überall in Europa stehen könnte geschaffen. Eine alt-linke bürgerlich gewordene Mutter, die die Ehe mit ihrem Mann nur noch als Fassade lebt, ein paar Jugendliche und Kleinkriminelle, die sich einen ständigen Kampf um ein paar Euro liefern oder auch um ein paar Tausend, und deren abendliches Ausgehvergnügen von Drogen und Frustration geprägt ist, ein Kommissar wie aus einem Film Noir, der sich bemüht das bisschen Ordnung, unter dem es schon verdächtig brodelt um jeden Preis aufrecht zu erhalten und drumherum sensationsgeile Medien, Aufsteiger, Verlierer und Karrieristen. Und obwohl es sich vordergründig um einen Krimi handelt, der durchaus genreüblich mit Finten und Täuschungen eine krasse Pointe erzeugt, wodurch für spannende Unterhaltung gesorgt ist, verweisen sowohl der Titel als auch die handlungslose Aneinanderreihung von Statements auf einen Stillstand hin, der mehr ist als nur Analogie eines Gesellschaftszustandes: Eine Warnung kristallisiert sich hier heraus, dass der Stillstand in Fäulnis übergehen könnte – oder eine gewaltige Explosion ankündigt. Eine spannende literarische/theatrale Form, die dem B-Picture Theaterbrisanz verleiht. Pressestimmen:  

 Aus der Rheinpfalz vom 27.11.2013 Mord und Schöngesang Wer ungewöhnliche Gegenwartsstücke in ungewöhnlichen Inszenierungen sucht, ist beim Neuen Ensemble im Mannheimer Theater Felina- Areal richtig. … Die Charaktere, ihre Situation, ihre Perspektive auf das Geschehen werden in der Sprache plastisch, und die Handlung spinnt sich im Zusammenklang einander ergänzender Stimmen fort. Wer hier auf szenische Verwirklichung aus ist,muss sich etwas einfallen lassen. Und das tut Regisseur MathiasWendel. Schöngesang und das Phantom vom bösen schwarzen Mann tragen zur emotionalen Aufladung bei. Die Personen, die über sich selbst erzählen, ohne dass ein Dialog zustande kommt, agieren körperlich expressiv und nicht selten im Widerspruch zu dem, was sie gerade sagen. Wo Sprache verschleiert und lügt, sagt der Körper die Wahrheit. Die Jugendlichen toben herum, am spektakulärsten der Freund der Ermordeten. Körperlich ist er schon anwesend, noch ehe ein Verdacht auf ihn fällt. Die Prostituierte dagegensitzt regungslos auf ihrem Stuhl. …
  Gefördert vom Kulturamt der Stadt Mannheim und der LBBW

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