EIN JAHR AUS DER NACHT GESPROCHEN

Gepostet am Mai 19, 2016 | Keine Kommentare


EIN JAHR AUS DER NACHT GESPROCHEN

Uraufführung

Von: Peter Handke

Mit:  Elisabeth Auer, Holger Endres, Reda Regragui und Mathias Wendel

Regie: Rainer Escher

Bühne: Rainer Escher, Holger Endres

Kostüme: Eva Roos, Bea Albl
Mit Peter Handkes EIN JAHR AUS DER NACHT GESPROCHEN setzt das Neue EnsemblE seine Reihe mit Crossover-Projekten fort, die mit „Lauf, Agu lauf!“ begonnen und mit Boltanskis DIE VORHÖLLE und Adnans ARABISCHE APOKALYPSE fortgesetzt wurde.

Während wir uns bisher mit sozialen und politischen Verwerfungen in der Welt beschäftigt haben, betreten wir dieses Mal den innerweltlichen Kosmos des Menschen. Wir hinterfragen Ursprung und Ziel menschlicher Kreativität.
Handkes Text besteht aus rund 560 Notaten, die nicht nur auf den ersten Blick zusammenhanglos nebeneinanderstehen.

Handke beschäftigt in diesen Notaten mehr die Ergründung dieses kreativen Prozesses als die Erkundung der Psyche. Das Notieren sei ihm zur „Lebensweise“ geworden, zu einer „Möglichkeit, gleichsam hinter die Literatur zurückzugehen bevor etwas fest werde. Handke spricht von einer „Literatur vor der Literatur“ und von „Anflügen“, aus denen er keine Geschichten machen wolle.

»Komisch, tiefsinnig und oftmals völlig absurd. Man kommt selber ins Träumen, ins Nachdenken und nicht selten ins Schmunzeln. Ein Traumbuch, schön und gespensterhaft wie der Flug der Gedanken durch den Kopf, kurz bevor man erwacht.«
Ulrich Greiner über EIN JAHR AUS DER NACHT GESPROCHEN in DIE ZEIT

Pressestimmen

„…Rainer Eschers gelegentliche Anleihen beim absurden Theater erlauben einen durchaus respektablen Zugang zu den Widersprüchen und teilweise amüsanten Sequenzen… Das erfreulich flexible Ensemble vermeidet in der szenischen Umsetzung geschickt das ausschließliche Dominieren der Sprache…

Wie die Schauspieler des Neuen Ensembles in Eschers aufmerksamer Regie auf solche Vorgaben reagieren, nötigt zur Bewunderung. Auch wenn der etwa neunzigminütige Abend den Zuhörern und Zuschauern einiges an Konzentration und Sensibilität abverlangt.“

Alfred Huber im Mannheimer Morgen 18 05 2015

„Die kühle Ordnung am Anfang von Eschers Aufführung löst sich jedenfalls immer mehr in traumartige Absurditäten auf, wie sie Handkes Protokollsätze aus dem Unbewussten von Anfang an aufweisen: ‚Dieser Hund hat mich gebissen. Aber es tut nicht weh. Die Zähne waren tiefgefroren.‘ Die Darsteller maskieren sich, reiten auf einem Steckenpferd über die Bühne oder produzieren Seifenblasen. Träume sind Schäume, sagt der Volksmund. Vielleicht sind sie mehr.“

Hans -Ulrich Fechler Die Rheinpfalz  23 05 2015

 

Plakat: Daria Holme, Buchfoto: DangerZone

Bilder von Christian Kleiner:

Peter Handke

geboren 1942 in Griffen (Kärnten) als Sohn eines Bankbeamten, ist einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegsgeneration. 1966 erscheint sein erster Roman DIE HORNISSEN, im selben Jahr erfolgt die Inszenierung seines  legendären Theaterstücks PUBLIKUMSBESCHIMPFUNG in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke und zahlreiche Theaterstücke verfasst.
Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen erklärte er selbst 2007 mit den Worten:

»Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.« (Quelle: Suhrkamp-Verlag)

Die Produktion wird gefördert durch den  Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, sowie vom Kulturamt der Stadt Mannheim.